Von der Sonne geweckt werden ist einfach schön. Auch wenn es sowieso schon kaum dunkel ist, so strahlt die Morgensonne aber intensiver. Also gibt es Frühstück unter freiem Himmel. Sehr schön. Und wo treffen sich Camper zum Quatschen? Genau, beim Abwaschen. Schnell sind sprachlich die anderen Deutschen identifiziert und ein kleiner Austausch zu Route und Zielen bringt neue Ideen. Lustig ist, dass die anderen auch eher „Neu-Camper“ sind. Und dann fährt wieder jeder seines Weges.
Ich komme erstmal gar nicht weit, denn in Loen, wo ich übernachtet habe, ist mir eine Seilbahn aufgefallen, der Loen Skylift. Ein kurzer Blick nach oben sagt, dass es mit dem Ausblick trotz aufziehender Wolken klappen sollte. Also Höhenangst beiseite und rein in die Gondel. Aber für die erste Reihe am Fenster lasse ich gerne anderen den Vortritt, nicht nur, weil die norwegischen Harley Davidson Fahrer sehr viel stärker aussehen...
Weit oben über dem Fjord angekommen, ist der Blick wirklich erhaben. Tief unten liegen die Orte Loen und Olden. Dahinter ziehen sich die Täler zum Jostedalsbreen.
Aber ein Fjord ist kein Fjord, deswegen geht es weiter Richtung des Tagesziels, dem Geiranger Fjord bzw. dem kleinen Ort Geiranger am Ende des Fjords. Nach einer weiteren landschaftlich schönen Fahrt erreicht man Hellesylt (dank einer Eselsbrücke mit einer deutschen Nordseeinsel kann ich mir merken, wie man es schreibt), von wo die Fähre nach Geiranger abfährt und einem so nebenbei noch Seightseeing in diesem bekannten Fjord anbietet. In 4 Sprachen wird man auf alle Sehenswürdigkeiten hingewiesen. Die bekanntesten davon sind wohl zwei sich gegenüberliegende Wasserfälle. Der eine heißt 7 Sisters. Die sieben Schwestern sind der Legende nach alle noch ledig. Der Wasserfall gegenüber heißt Freier, der wohl bislang der Legende nach bei den sieben Schwestern immer abgeblitzt ist. Ein Stein, welchen der Freier Wasserfall umspült, sieht womöglich deswegen aus wie eine Flasche. Kurz vor der Ankunft der Fähre in Geiranger spielen die Lautsprecher der Fähre „Time to say Goodbye“ und ich geh zum Autodeck, um den Marco Polo zu holen. Geiranger ist ein wirklich kleiner Ort und gerade ruhig, da kein Kreuzfahrtschiff da ist. Es kommen aber fast täglich welche und dann ist für ein paar Stunden echt was los. Überdimensionierte Souvenir Shops deuten darauf hin. Aber es ist ein reizvoller Ort am Ende des großen Fjords. Ringsum die großen Felswände und viele Wasserfälle. Kein Wunder, dass es viele Besucher hierher zieht.
Nach einem Besuch des örtlichen Supermarkts mache ich es mir mit einem lokalen Geiranger Bierchen gemütlich und genieße einfach das Fjordleben...
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