Montag, 23. August 2021

Schweden 9 - Wasserwege

Auf der Suche nach einem Platz für einen gemütlichen Sonntag finde ich die Marina von Arvika. Der Hafen gilt als der innerste Hafen Schwedens am einzigen Inlandsfjord. Tatsächlich kann man über die Kanäle und Seen von Arvika bis zur Ostsee gelangen. In der Marina von Arvika kann man aber nicht nur mit Schiffen und Booten anlegen, es gibt auch Plätze für Camper mit kleinen Holzterrassen, welche auch wie Stege aussehen. Also lege ich an so einer Terrasse an und genieße Sonne sowie den Ausblick aufs Wasser. Es ist ein klarer Tag und eine klare Nacht. Und in der klaren Nacht spiegelt sich der Vollmond im Wasser. Ausgeruht starte ich dann in die neue Woche. Entlang des Vänern See geht es in Richtung Göteborg bis nach Trollhättan. Hier kann man auch die Wasserwege Schwedens bewundern. Es gibt 3 Generationen von Schleusen, die hier Schiffe vom Kattegat kommend 32m in die Höhe bringen müssen zur Weiterfahrt zum Vänern See. Die erste Generation Schleusen war von 1800, die zweite Generation von 1844. Diese beiden Generationen kann man noch sehen, sie werden aber nicht mehr benutzt. Die heutigen Schleusen sind von 1916 und heben die Schiffe in 4 Etappen an. Oder lassen sie runter, je nach Richtung. Und das Ganze ist echt imposant. Segelyachten, die in die Schleusenkammern einfahren, schauen nur mit der Mastspitze oben raus. Um sich alles anzusehen, führt ein Rundweg entlang der verschiedenen Schleusengenerationen runter und wieder hoch. Also eine kleine „Bergtour“ für Zuschauer. Aber schön, um sich einfach mal die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen…


Arvika:





Trollhättan:








 

Samstag, 21. August 2021

Schweden 8 - Elche

Nachdem ich nun keinen Bären sehen konnte, möchte ich mich über ein anderes bekanntes Tier in Schweden informieren. Und das geht in Värmlands Moose Park, wo man Elche ganz nah treffen kann. Das lässt sich mit wilden Elchen nicht machen. Sie sind mit Abstand ganz friedlich, würde man ihnen so nahe kommen, kann das auch tödlich enden. Die Elche im Park sind jedoch Menschen gewöhnt und man kann sie damit mal ganz genau betrachten. Einige Informationen gibt es noch dazu. Das Elch Geweih zum Beispiel wächst jedes Jahr aufs Neue im Frühjahr und Sommer. Nach der Paarungszeit im September und Oktober fällt das Geweih ca im Dezember ab und beginnt nach dem Winter im Frühjahr wieder zu wachsen, ca 3 cm am Tag. Mit einem Alter von ca 10 Jahren ist das Geweih eines Elches am größten, danach verliert es von Jahr zu Jahr wieder an Größe. Da in Schweden Elche auch gejagt werden, wohl auch um die Bestände zu regulieren, gibt es in der Wildnis kaum Elche, welche älter als 6 Jahre sind. Theoretisch könnten sie 20 Jahre alt werden. Außer vor Jägern müssen sie sich vor allem vor Wölfen in acht nehmen. Manchmal auch vor Bären, wobei die eher Respekt vor großen Elchen haben. Ein Elch ist sehr kräftig und kann sehr stark zu treten. Besonders sollte man sich wohl nicht den Ärger einer Mutter einhandeln. Am besten kann man sich ja beim Essen kennenlernen. So ist es auch bei den Elchen. Beim Äpfel verfüttern spürt man sie weichen Schnauzen. Und beim Halten von Ästen kann man beobachten, wie die Elche geschickt die Blätter abessen. Und dabei klare Präferenzen haben. Die Lieblingsblätter werden zuerst abgebissen, dann erst der Rest. Dabei bewegen sich die Elche ganz sanft und kontrolliert und man kann sich kaum vorstellen, dass sie durchaus sehr schnell rennen (über 50 km/h) und sehr hoch springen können (ein 2m Zaun ist kein Hindernis).

Noch eine ganze Menge mehr höre ich über die Elche und freue mich, dass ich sie so nah kennenlernen konnte. Und ich freue mich schon drauf, wenn ich wieder wilde Elche sehen kann. Wenn es bei dieser Reise nicht mehr klappt, dann vielleicht bei der nächsten.












 

Schweden 7 - Übernachten mit Aussicht

 In Schweden kann man viele tolle Plätze für die Nacht finden. Nicht weit vom Ort Särna finde ich einen besonders schönen Ort direkt am Wasser, um dort die Nacht zu verbringen. Und nicht nur der Blick ist schön, es gibt auch wieder unzählige Blaubeeren, die man einfach pflücken kann. Und das ist hier so eine Art Volkssport. Am nächsten Morgen sehe ich tatsächlich eine ältere Dame mit Rollator mitten in den Sträuchern beim Beeren pflücken. 







Am nächsten Morgen:




Schweden 6 - Fulufjällets Nationalpark

 Wieder gibt es einen Nationalpark zu erkunden, diesmal ist es der Fulufjällets Nationalpark. Und den erreiche ich bei trockenem Wetter. Am Eingang des Nationalparks parken viele Autos und Camper, aber dafür verläuft es sich im Park und man sieht nur wenige Menschen entlang der Trails. Zentral im Park erhebt sich ein Berg mit steilen Felswänden und einer großen Hochebene darauf. An den Füßen des Berges ist eine Moorlandschaft und auf den Trails kann man entlang der Baumgrenze laufen. Ein großer Wasserfall, der Njupeskär heißt, lockt viele als Sehenswürdigkeit an. Er hat mit 93 Metern die höchste Fallhöhe in Schweden. 

Natürlich sehe ich auch hier keine Bären außer einem aus Holz. Am Abend erzählt mir aber eine Schwedin, dass sie die Bären einmal im Jahr vom Helikopter aus betäuben und dann untersuchen bzw. 12 von ihnen per GPS verfolgen. Man bekommt sie sonst wohl sehr selten sehen, da sie eher scheu sind. Aber wenn sich ein Bär und Wanderer versehentlich begegnen und nah gegenüber stehen, dann ist es wohl gefährlich. So ist es einem Freund von ihr passiert, quasi ein unglücklicher Zufall, aber der Bär hat ins Genick gebissen und ihn schwer verletzt. Also lieber Abstand halten. 


















Mittwoch, 18. August 2021

Schweden 5 - Regentage

Obwohl ich nun viel Glück mit dem Wetter hatte, stehen nun Regentage an. Also mal kurz überlegen, was man bei Regen so machen könnte. Man könnte unter der Erde verschwinden und so kommt mir die Kobaltmine in Los gerade recht. Diese Mine wurde bis 1773 genutzt und dann ab 1989 wieder leer gepumpt (ok, ganz trocken ist es auch da nicht) und zu einem Museum gemacht. Die Führung führt einen in die alten Stollen und gibt einem Informationen zur Geschichte der Mine. Der Mann, der sich die Minenrechte damals beschaffte, benötigte übrigens dazu eine Finanzierung. Zur damaligen Zeit konnte man sich die Mittel leihen oder, und das war das Mittel der Wahl, in eine wohlhabende Familie einheiraten. So hat also der Mitte 40 Jährige dazu eine 17-jährige  Frau geheiratet und so die finanziellen Mittel erhalten. Das Kobaltvorkommen war aber bald erschöpft. Dennoch ist das Museum echt spannend, neben der Geschichte erfährt man auch etwas über „the Lady of the Mine“, an die die Bergleute glaubten. In ihrem Berg gelten ihre Regeln und so klopfe auch ich erst brav dreimal an, bevor es abwärts in die Tiefe geht. In der Tiefe soll einst ein Kind ein Stoff Krokodil verloren haben. Der Tourguide ging es suchen, da das Kind sehr traurig war. Aber das Stoff Krokodil lag nicht irgendwo auf dem Besucherweg, sondern am Ende eines Stollens. Dort hat der Tourguide auch „the Lady of the Mine“ gesehen und den Berg fluchtartig verlassen. Das Krokodil liegt nun immer noch dort. Gut, man könnte es auch einfach so da hingelegt haben, aber wer weiß…

Ich bin sicher wieder oben angekommen, aber ein Ende des Regens zeigt sich erstmal nicht. Trotzdem geht es nochmal kurz in den Hamra Nationalpark, der bei diesem Wetter komplett leer ist. Für eine längere Wanderung war das zu nass, aber ein kleines bisschen umschauen geht immer. Leider wieder ohne die Sichtung von Bären.

Als nächstes Ziel habe ich dann Hedeviken ausgesucht, wo der Abend tatsächlich trocken wird und so der Grill mal zum Einsatz kommen kann. An sich ist es ein toller Ausgangspunkt zum Sonfjället Nationalpark, wieder ein gutes Gebiet, um Bären zu sehen (mit Glück). Doch der nächste Tag bringt Regen. Bis zum Eingang des Nationalparks fahre ich, wo eine Alm bewirtschaftet wird. Dahinter ist der große Berg zu sehen, auf den schöne Trails führen. Aber bei dem Wetter macht es keinen Sinn. Auf dem Parkplatz stehen einige Camper und warten auf ein Ende des Regens. Ein älterer Herr mit Indiana Jones Outfit aus den Niederlanden erzählt mir, dass er nicht mehr arbeiten muss, er habe alle Zeit, zu warten. Ich muss noch arbeiten, daher ist mein Urlaub zeitlich begrenzt. Und so fahre ich weiter. Zumindest ist die Route wirklich schön und sehenswert. Durch Fjäll Landschaften hindurch kurve ich durch die Straßen und sehe zwar keine Bären, aber dafür viele Rentiere. 

An einem Fluss kurz nach dem Ort Idre finde ich schließlich einen schönen Platz für die Nacht und entspanne mit Blick ins Grüne und dem Prasseln des Regens auf den Scheiben. Morgens soll’s wieder trocken sein… na das würde doch dann passen.




















 

Norwegen 2022 - 7

Letzter Stop in Norwegen ist die Stadt Oslo, denn von hier startet die Fähre nach Kiel. Aber wir sind einen Tag vorher da und können so die ...