In der Corona Zeit war es schwer, Urlaubspläne zu machen, die sich dann nicht wieder in Luft auflösen. Einen kurzen Abstecher an die Nordsee hatte ich schon früher im Jahr gewagt. Aber jetzt ist das Schiff zum Greifen nahe. Zumindest seit die MS Robin Hood mit Verspätung angelegt hat. Und dann tut sich länger nichts. Zumindest nicht viel. Aber es werden wohl LKW Trailer verladen. Mit anderen Campern kann man die Zeit überbrücken und so erzählen wir die besten Anfänger Pannen. Auffahrkeile, Markisen im Wind und Wasserventile kommen darin vor. Und wir diskutieren über die Corona Regeln für den Grenzübertritt. Tests und Impfzertifikate wollte beim Check-in keiner sehen. Naja, mal sehen. Eine Stunde nach planmäßiger Abfahrt kommt endlich Bewegung in die wartenden Fahrzeuge. Durch das riesige Heck der Robin Hood geht es hinein in die engen Reihen im Fahrzeugdeck, wo jeder Zentimeter genutzt wird. Von dort gehts durchs Treppenhaus nach oben, um das Ablegen an Deck beobachten zu können. Nachdem der letzte LKW an Bord gerollt ist, schließt sich das Heck und die Robin Hood setzt sich in Bewegung. Vorbei am Kreuzfahrtterminal und Warnemünde geht es nun hinaus auf die Ostsee. Direkt am Ende der Hafenausfahrt beschleunigt die Robin Hood auf ihre Maximalgeschwindigkeit. Mit 19 Knoten nimmt sie Kurs auf Trelleborg. Ganz im Gegensatz zu den Schiffsmotoren setzt bei den Passagieren nun die Entspannung ein. Bei mir zum Beispiel. Ich betrachte, wie Warnemünde langsam kleiner wird und mache es mir bequem. Die Ostsee ist ruhig und zeigt sich von einer schönen Seite. Selbst ein toller Sonnenuntergang wird geboten. Nach dem Abendessen ist dann Schweden in Sicht. Robin Hood, Rächer der Verspäteten machte aus einer 2h Verspätung bei der Abfahrt eine lediglich 30 Minuten Verspätung bei der Ankunft in Trelleborg. Kurz vor dem Anlegen treffe ich nochmal Camper, diesmal 2- und 4-beinige. Und bekomme einen tollen Tip für die erste Übernachtung. Nur 10 Minuten von Trelleborg. Ok, das probiere ich aus. Im Dunkeln ist es gar nicht so leicht, dort eine Lücke zu finden zwischen den anderen Campern. Und viele schlafen schon, was mir ein bisschen schlechtes Gewissen für das Einparken macht. Aber ich mache schnell Licht und Motor aus und alle haben ihre Ruhe wieder. Dann schlägt die Seeluft zu und mich verschlägt es in das Land der Träume. Als ich wieder aufwache, habe ich einen Blick auf die Ostsee an Schwedens südlichstem Punkt. Die Reise hat begonnen…









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