Mittwoch, 18. August 2021

Schweden 5 - Regentage

Obwohl ich nun viel Glück mit dem Wetter hatte, stehen nun Regentage an. Also mal kurz überlegen, was man bei Regen so machen könnte. Man könnte unter der Erde verschwinden und so kommt mir die Kobaltmine in Los gerade recht. Diese Mine wurde bis 1773 genutzt und dann ab 1989 wieder leer gepumpt (ok, ganz trocken ist es auch da nicht) und zu einem Museum gemacht. Die Führung führt einen in die alten Stollen und gibt einem Informationen zur Geschichte der Mine. Der Mann, der sich die Minenrechte damals beschaffte, benötigte übrigens dazu eine Finanzierung. Zur damaligen Zeit konnte man sich die Mittel leihen oder, und das war das Mittel der Wahl, in eine wohlhabende Familie einheiraten. So hat also der Mitte 40 Jährige dazu eine 17-jährige  Frau geheiratet und so die finanziellen Mittel erhalten. Das Kobaltvorkommen war aber bald erschöpft. Dennoch ist das Museum echt spannend, neben der Geschichte erfährt man auch etwas über „the Lady of the Mine“, an die die Bergleute glaubten. In ihrem Berg gelten ihre Regeln und so klopfe auch ich erst brav dreimal an, bevor es abwärts in die Tiefe geht. In der Tiefe soll einst ein Kind ein Stoff Krokodil verloren haben. Der Tourguide ging es suchen, da das Kind sehr traurig war. Aber das Stoff Krokodil lag nicht irgendwo auf dem Besucherweg, sondern am Ende eines Stollens. Dort hat der Tourguide auch „the Lady of the Mine“ gesehen und den Berg fluchtartig verlassen. Das Krokodil liegt nun immer noch dort. Gut, man könnte es auch einfach so da hingelegt haben, aber wer weiß…

Ich bin sicher wieder oben angekommen, aber ein Ende des Regens zeigt sich erstmal nicht. Trotzdem geht es nochmal kurz in den Hamra Nationalpark, der bei diesem Wetter komplett leer ist. Für eine längere Wanderung war das zu nass, aber ein kleines bisschen umschauen geht immer. Leider wieder ohne die Sichtung von Bären.

Als nächstes Ziel habe ich dann Hedeviken ausgesucht, wo der Abend tatsächlich trocken wird und so der Grill mal zum Einsatz kommen kann. An sich ist es ein toller Ausgangspunkt zum Sonfjället Nationalpark, wieder ein gutes Gebiet, um Bären zu sehen (mit Glück). Doch der nächste Tag bringt Regen. Bis zum Eingang des Nationalparks fahre ich, wo eine Alm bewirtschaftet wird. Dahinter ist der große Berg zu sehen, auf den schöne Trails führen. Aber bei dem Wetter macht es keinen Sinn. Auf dem Parkplatz stehen einige Camper und warten auf ein Ende des Regens. Ein älterer Herr mit Indiana Jones Outfit aus den Niederlanden erzählt mir, dass er nicht mehr arbeiten muss, er habe alle Zeit, zu warten. Ich muss noch arbeiten, daher ist mein Urlaub zeitlich begrenzt. Und so fahre ich weiter. Zumindest ist die Route wirklich schön und sehenswert. Durch Fjäll Landschaften hindurch kurve ich durch die Straßen und sehe zwar keine Bären, aber dafür viele Rentiere. 

An einem Fluss kurz nach dem Ort Idre finde ich schließlich einen schönen Platz für die Nacht und entspanne mit Blick ins Grüne und dem Prasseln des Regens auf den Scheiben. Morgens soll’s wieder trocken sein… na das würde doch dann passen.




















 

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