November 2017
Eine Dienstreise nach China bringt mich nach Peking und zum
Glück habe ich mein Smartphone dabei. Bestückt mit Apps. Und immer geladen. Ich
bin nach der Arbeit noch in der Stadt mit Kollegen zum Essen verabredet.
Diesmal will ich per U-Bahn zum Treffpunkt gelangen. In der U-Bahn ist alles
zweisprachig und auch sehr günstig. Damit man seinen Weg findet, kann man natürlich
wie bei allem in Peking eine App nutzen. Nachdem ich den Zielort als „Needle“ in
einer Chat Message auf mein Smartphone erhalten hab. Und so finde ich sicher zum
Mexikaner in einer ganzen kleinen Nebengasse. Nach einem lustigen Abend hab ich
mich dann auf den Rückweg zum Hotel gemacht. Gerade will ich per App ein Taxi
rufen (denn die U-Bahnen fahren erst ab 05:30 wieder), da hält zufällig eines
vor mir. Ich zeige brav meine in chinesisch geschriebene Karte vom Hotel mit
der Adresse, welche der Fahrer wiederum natürlich in eine App eingibt bzw.
Einspricht. So erhält er die beste Route und die aktuelle Verkehrslage
ausspuckt. Gegen Abend sind Taxis gut ausgelastet, als nächstes tippt er den
überhöhten Preis ein, den er fordern möchte. Ich will heim, also nicke ich und
sage „zou ba“ (los gehts). Der Fahrer startet nun ein Gespräch, daher sage ich:
„tingbudong“ (ich höre, aber verstehe nicht). Aber Peking wäre nicht Peking,
wenn sich nicht auch dies per App lösen ließe. Also spricht der Fahrer nun ins
Telefon, welches mir dann die englische Übersetzung über die Autolautsprecher
ausgibt. Woher ich komme will er wissen. Wie lange ich schon in China bin und
wie es mir gefällt. Nachdem sein Handy ihm auf chinesisch erzählt hat, was ich
dem Handy auf englisch antwortete, lässt die Stimme aus dem Radiolautsprecher
vom Taxifahrer ausrichten: „You are very humorous. China welcomes you.“ Ich bin
gerührt und durchsuche meinen sehr beschränkten Wortschatz: „xiexie ni“ (vielen
Dank). Auch für diese Science Fiction Welt, in der man alles per App lösen
kann, denke ich noch im Stillen....
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